Verschwörungsideologien haben im Internet und auf den Straßen der Bundesrepublik Konjunktur. In den Vorwürfen der „Lügenpresse“ oder der „Volksverräter“ steckt auch immer ein antisemitischer Kern – die vermeintliche Kontrolle der Presse oder der „Volksverrat“ werden und wurden traditionell Jüdinnen und Juden unterstellt. Aus diesem Anlass veröffentlichte die Amadeu Antonio Stiftung 2015 die Broschüre „No World Order. Wie antisemitische Verschwörungsideologien die Welt verklären“.

 

Geschichten von Verschwörungen sind integraler Bestandteil der modernen Popkultur. Wenn sie sich jedoch zu Ideologien verhärten, stellen sie Gefahren für demokratische Gesellschaften dar. „Verschwörungsideologien benennen Minderheiten als Sündenböcke für gesellschaftliche und individuelle Probleme. Damit erschaffen sie nicht nur ein einfaches Weltbild von vermeintlich guten und bösen Menschen, dahinter stecken vor allem nationalistische und antisemitische Bilder“, erklärt Anetta Kahane, Vorsitzende des Vorstands der Amadeu Antonio Stiftung.

In Krisenzeiten greifen Menschen verstärkt auf Welterklärungsmodelle zurück, um sich das komplexe Weltgeschehen zu erklären. Sowohl Verschwörungsideologien als auch Antisemitismus erfüllen diese Funktion seit Jahrhunderten. Sie erklären die Konflikte in der Ukraine und Syrien, aber auch das hohe Flüchtlingsaufkommen oder das TTIP Abkommen. Dabei greifen besonders Erzählungen von einer großen Weltverschwörung auf Feindbilder zurück, die traditionell mit Jüdinnen und Juden identifiziert werden.

Die Broschüre „No World Order – Wie antisemitische Verschwörungsideologien die Welt verklären“ erklärt die Hintergründe von Verschwörungsideologien und ihre antidemokratischen Elemente. Gleichzeitig gibt sie den Leserinnen und Lesern Möglichkeiten an die Hand, um gegen Verschwörungsideologien zu handeln.

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