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Wer sich schon einmal politisch oder sozial engagiert hat, weiß: Vernetzung ist entscheidend. Es ist wichtig, Kontakte zu anderen Organisationen zu knüpfen und zu pflegen, um an Informationen zu gelangen und bei manchmal auch schwierigen Projekten kooperieren zu können.

Auch im Courage-Netzwerk ist das schon lange bekannt. In den letzten zwei Wochen gab es gleich zwei Möglichkeiten, sich auf verschiedenen Ebenen mit Akteuren aus dem Courage-Netzwerk zu vernetzen: das lokale Netzwerktreffen Halle und die Bundesfachtagung „Schule ohne Rassismus“.

Das lokale Netzwerktreffen war in dieser Form eine Neuheit. Am 09. Juni hatten Vertreter_innen von Schulen, Kooperationspartner_innen und die Lokale Servicestelle zum ersten Mal seit 3 Schuljahren die Gelegenheit, sich gemeinsam über ihre Arbeit auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten zu planen.

Zwei Stunden dauerte das Treffen, welches in der Gedenkstätte Roter Ochse stattfand. Nach einem kurzen Bericht aus der Lokalen Servicestelle fingen die Schulen an, von ihrer Projektarbeit und ihren Wünschen an die Zusammenarbeit im Netzwerk zu erzählen. Schnell kam es zu einem regen Austausch. So war zum Beispiel die Begleiterin der „Schule ohne Rassismus“-AG an der Saaleschule begeistert von einem Projekt der Latina, bei dem Schüler_innen sich eine Woche lang mit dem Buch eines Zeitzeugens des Nationalsozialismus auseinandersetzten und diesen schließlich zu sich in die Schule einluden. Sofort wurde sich darüber ausgetauscht, ob und wie man mal gemeinsam ein solches Projekt durchführen könnte.

Und auch die Kooperationspartner_innen stellten ihre Arbeit vor und berichteten von ihren Schulprojekten. Das „Netzwerk für Demokratie und Courage“ berichtete zum Beispiel von der Ausbildung zu Workshopleiter_innen, die sie für Jugendliche ab 16 Jahren anbieten. Die AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd hingegen stellte ihre Aufklärungs- und Antidiskriminierungsworkshops rund um das Thema HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten vor.

Zum Schluss tauschten sich die Netzwerkpartner_innen gemeinsam aus, welche gemeinsamen Projekte das Courage-Netzwerk Halle in den kommenden Schuljahren durchführen könnte. Leider war die Zeit auf Grund des großen Austauschbedarfs nicht ausreichend, so dass ein Großteil der Absprachen nun doch im Telefongespräch zwischen der Lokalen Servicestelle und den einzelnen Netzwerkpartner_innen geschehen muss.

Der Vernetzungsbedarf ist definitiv vorhanden, das Feedback der Teilnehmenden war durchgehend positiv. In Zukunft wird es Treffen solcher Art auf jeden Fall häufiger geben, vielleicht sogar zweimal im Jahr.

Alle wichtigen Informationen und Absprachen wurden in einem Protokoll festgehalten, das an alle am Projekt Beteiligten versendet wird. Bei Bedarf kann das Protokoll auch noch per Mail oder Kontaktformular bei uns angefragt werden.

 

Manche der beim Vernetzungstreffen Anwesenden hatten sich schon eine Woche zuvor gesehen. Denn vom 01. bis zum 03. Juni fand in Berlin die Bundesfachtagung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt.

Anwesend waren ca. 200 Menschen aus ganz Deutschland, die sich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen im Courage-Netzwerk engagieren. Aktive aus über 2.000 Schulen, 16 Landes- und immer mehr Regionalkoordination und eine Vielzahl an Kooperationspartner_innen kamen für drei Tage im Jugendkulturzentrum PUMPE in Berlin-Schöneberg zusammen. Selbstverständlich waren auch wir von der Lokalen Servicestelle Couragierte Schule in unserer Funktion als Regionalkoordination Halle mit dabei.

In diesem Jahr stand die Tagung unter dem Titel „Umbrüche, Entwicklungen, Perspektiven - Das Courage-Netzwerk in Zeiten beschleunigten Wandels"“. Was soll das bedeuten?

Die Begriffe „Umbrüche“ und „Entwicklungen“ stehen für Veränderungen, die momentan geschehen und die Politik sowie die Gesellschaft prägen. Vor allem die weltweiten Migrationsbewegungen, der erstarkende Rechtspopulismus in Deutschland und Europa und der radikale Salafismus standen im Fokus. Vor allem am ersten Tag wurden diese Phänomene beleuchtet und diskutiert.

Am zweiten Tag hingegen lag das Hauptaugenmerk auf den „Perspektiven“ unserer Arbeit. Es wurde überlegt und erörtert, was das Courage-Netzwerk leisten kann, um auf diese neuen Gegebenheiten und Herausforderungen angemessen zu reagieren. Fragen waren unter anderem: „Wie kann Salafismusprävention gelingen?,“ „Wie argumentiere ich gegen rechtsextreme Hetze im Internet?“ und „Wie gelingt der Einstieg minderjähriger Geflüchteter in den Schulalltag?“.

Am Freitag, den 03. Juni war „Qualitätssicherung“ das Hauptthema. Wie können die Inhalte von „Schule ohne Rassimus“ an Grundschüler_innen vermittelt werden? Wie funktioniert eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit? Was sind Aufgaben einer Regionalkoordination?

An allen drei Tagen wurden eine Vielzahl an Fachvorträgen, Workshops und Diskussionsrunden geboten. Dutzende Referent_innen aus den verschiedensten Fachbereichen waren geladen und sorgten für eine kontroverse, vielseitige Tagung.

Genauso bunt wie die Auswahl der Vortragenden war auch die Mischung der Gäste. In den Pausen und am Abend gab es die Möglichkeit, sich mit Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen, Meinungen und Ressourcen auszutauschen. Neue Arbeitskontakte konnten aufgebaut und Freundschaften geknüpft werden.

Alles in allem war es eine Tagung voller inhaltlicher Anregungen, methodischer Tipps und Tricks und interessanter Kontakte. Wir von der Lokalen Servicestelle Couragierte Schule sind mit einem guten Gefühl, neuem Handwerkszeug und weiter gewachsener Motivation für unsere Arbeit zurück nach Halle gefahren.




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